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Ortschaft Zorge

 

Mit der Entstehung des Klosters in Walkenried und der Erlaubnis für die Zisterziensermönche zur Erzschmelze von Kaiser Heinrich I. begann das eigentliche Leben im Bereich des Südharzes. Die Urkunde über den Erwerb von Forst- und Wasserrechten an der Zorge von 1249 ist die erste erwähnbare Urkunde des sich dann langsam entwickelten Hüttenortes. Aqua Szurgenge (germanisch: Felsenbach) ist der Name des Flüsschens Zorge und späteres Ortes. Zu Anfang war es Kupfer, später Buntmetall aus dem Gebiet des Rammelsberges bei Goslar, dass zum Einschmelzen gebracht wurde.

Etwa gleichzeitig, 1242, errichteten die Hohnsteiner Grafen aus Machtansprüchen, ohne Einverständnis der Mönche, auf dem kleinen Staufenberg an der Zorge eine Burganlage, die heute leider nicht mehr vorhanden ist.

Ab 1540 entstand am Fuße des Reihersberg die erste massive Eisenhütte mit Hochofen und mit der Entdeckung 1571 des damals hochwertigen Roteisensteines begann die wechselvolle Geschichte des Ortes. Es folgten eine Mittel- und Unterhütte, Handelsmühlen, Sägemühlen und Gaststätten.

Auf dem Kirchberg ließ der Abt Kreite eine Kapelle errichten. Daraus wurde später die Kirche und Schule. 1573 heißt es in einem alten Dokument, "dass allein eine Eisenhütte und Brettermühle, dabei klein Hüttlein, die oft nicht fünf silber schock würdig sind, vorhanden sein". Mit dem Erlass einer Bergfreiheit der Hohnsteiner sollte weiteres Leben im Ort gefördert werden. Das Stiftsamt Walkenried und somit Zorge fällt 1593 nach dem Tode des letzten Hohnsteiner Grafen ohne Nachkommen an das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.

Wieder beginnt eine wechselvolle Zeit mit guten und schlechten Zeiten. Der Braunschweiger Herzog verpfändet 1673-1693 das Stiftsamt Walkenried an den Regenten von Sachsen-Gotha, der dann seinen eigenen Beamten einsetzte, was sich dann für den Ort Zorge positiv auswirkte. Der Hütteninspektor Zacharias Koch blieb nach der Rückgabe an Braunschweig für immer im Ort. Er wirkte segenreich für die Zorger Bergleute und Hüttenarbeiter. Zudem förderte er den ersten Kirchenbau.

Die napoleonische Herrschaft 1806 brachte wieder viele Veränderungen im Herzogtum Braunschweig, nach dessen Ende ging es wieder aufwärts mit den Eisenhütten im Harz. Mit der Erfindung von Dampfmaschinen begann eine neue Blütezeit, in der ab 1842 der Bau von sechs Lokomotiven, sowie Tendern, Achsen und Rädern für die braunschweigische Staatsbahn und verschiedene Eisenbahngesellschaften erfolgte. Davor noch Buchdruckpressen in Lizenz aus Amerika.

Das Kloster Walkenried hatte längst seine Bedeutung und das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg existierte nur noch auf dem Papier. Der Bergbau wurde 1890 eingestellt und der Hochofen am Reihersberg 1896 ausgeblasen, die Fabrik bis 1912 aus dem Ortskern nach Unterzorge verlegt.

In dieser Zeit wurde zugleich die Kleinbahn Ellrich-Zorge in Normalspur gebaut, um die Rohstoffe und Produkte kostengünstig transportieren zu können. Die Kosten wurden mit über 50% von den Harzer Werken zu Zorge und Rübeland getragen. Mit der Ziehung der Sektorengrenze war der Betrieb der Kleinbahn im Mai 1945 leider wieder vorbei.

Nach der Verlagerung der Betriebe begann man in Zorge mit dem Kurbetrieb. Auch hierbei war die Kleinbahn ein wichtiger Faktor. Ab 1920 kamen immer mehr Urlauber und Tagesgäste in den Ort zum Wandern und Erholen. Anfang der 1950er Jahre entstanden immer mehr Pensionen, Hotels und Ferienwohnungen, die Übernachtungen von Kurgästen steigerte sich von Jahr zu Jahr.

Die Eisengießerei in Zorge gibt es heute noch, die Rohstoffe werden aber nicht wie einst aus den umliegenden Bergen gefördert, sondern über Speditionen aus aller Welt geliefert. Die Bergbau- und Hüttenromantik spürt man nur noch im Zorger Heimatmuseum.

 

(Text: Heimatmuseum Zorge)

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