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Ortschaft Wieda

Wiedaer Geschichte im Überblick Stand: 04.01.2019

 

Die Waldgebiete im Raum des heutigen Dorfes Wieda waren im Hochmittelalter Reichsgut.

Das 1127 gestiftete Zisterzienserkloster Walkenried nahm sie um die Mitte des 13. Jahrhunderts in Besitz. Dort legten die Klosterbrüder Viehweiden an, nutzten die Wasserkraft des Wiedabaches zur Verhüttung von Kupfererzen und betrieben Köhlerei. In dieser Zeit entstand noch keine Siedlung namens Wieda, aber es gab gewiss schon Wirtschaftsgebäude, wie Schmelzhütten und Viehställe, für die klösterlichen Aktivitäten.

 

Die von den Honsteiner Grafen ab 1521 erlassenen Bergfreiheiten führten zu einer Intensivierung der Bergbautätigkeit im Harzer Bereich der Grafschaft Honstein, zu dem auch das Stiftsgebiet Walkenried gehörte. Von den im Bergamt St. Andreasberg registrierten ca. 30 Bergbauversuchen „in der Weyda“ hatte die schon 1569 im Gebiet Silberbach/Kuckuck belegte Zinnoberzeche mehrere Betriebsperioden, die allerdings keine bedeutende Ausbeute brachten. Zwischen Wieda und Zorge stieß man im „Kastentaler Revier“ auf Roteisenstein-Vorkommen, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in „Zerrennhütten“ verhüttet wurden, bevor in Wieda der erste „Hohe Ofen“ gebaut wurde. Dieser wird in einer späteren Nachricht sogar für den modernsten seiner Zeit gehalten.

Ein Dorf Wieda wird in den Akten erst nach der Mitte des 16. Jahrhunderts fassbar. 1598 wurde durch die in den Harzdörfern des Stifts grassierende Pest auch in Wieda die Hälfte der Bevölkerung hinweggerafft.

1610/11 ließ das Kloster die erste Kirche in Wieda erbauen. Der Prior Eckstorm beschrieb in seiner Klosterchronik den Kirchenbau in Wieda und nannte als Kirchenbesucher auch die Glasmacher, die im Wald ihre Glashütten betrieben. Für die Seelsorge war zuerst der Hohegeißer Pastor zuständig, bis Wieda 1660 einen eigenen Pastor bekam. Schon 1638 war „der erste Schulmeister in der Weyda“ vom Prior des Stifts Walkenried eingesetzt worden. Über 100 Jahre lang wurden Glashütten im Wald westlich des Wiedabaches betrieben. Die „Weinglashütte in Westerwieda“ stellte Anfang des 17. Jahrhunderts besonders hochwertige Glaswaren her.

Der Eisensteinbergbau und die Eisenhütte waren über lange Zeit der Lebensnerv des Ortes. Sie gaben Berg- und Hüttenleuten, Holzhauern, Köhlern, Fuhrleuten sowie Schmieden Arbeit und Brot. Nannte das erste Wiedaer Zinsregister 1623 nur 30 Hauseigentümer, die für Haus, Hof und Wiesen Zins zahlten, so gab es 1765 bereits 129 Häuser und rund 800 Einwohner.

Als es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dann zu einem Niedergang des Eisenhüttenbetriebes kam, führte die Abhängigkeit des Ortes vom Montanwesen zu einer wirtschaftlichen Krise mit tief greifender Armut der Bevölkerung. Viele Männer und auch Frauen mussten in anderen Gegenden Arbeit suchen und sogar nach Amerika auswandern. Auch der Verkauf der ehemaligen Betriebsstätten des Hüttenwerkes an andere Unternehmer brachte keine entscheidende Verbesserung. Erst im Jahre 1875 kam es zu einer Neugründung der Wiedaer Hütte als Eisengießerei auf genossenschaftlicher Basis. Gegen Ende des Jahrhunderts hatte dieser Betrieb mit 108 Beschäftigten und einer qualitativ hochwertigen Ofenproduktion den Durchbruch geschafft. Andere Einwohner verdienten ihr Brot als Waldarbeiter, Handwerker, Gastwirte, Kauf- und Fuhrleute oder als Arbeiter in anderen Fabriken (Zündholz-, Schachtel- und Pantoffelfabrik, Sägemühle, Fassböttcherei). Für die wirtschaftliche Entwicklung Wiedas förderlich waren im 19. Jahrhundert der Ausbau der „Kommunikationswege“ nach Walkenried, Braunlage und Zorge sowie der Bau der Südharz-Eisenbahn mit den drei Haltestellen in Wieda.

Ganz neue wirtschaftliche Impulse brachte dem Ort das Aufblühen des Fremdenverkehrs seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Neue Wohngebiete wurden besonders in der Waldstraße und im Unterdorf („die Siedlung“) geschaffen. Ab 1924 konnte sich Wieda „Luftkurort“ nennen und bekam ab 1925 Anschluss an das elektrische Versorgungsnetz. Der Bau einer Wasserleitung konnte erst Mitte der 50er Jahre verwirklicht werden.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden zur Linderung der Wohnungsnot neue Baugebiete am Cuerskopf und auf den „Teichwiesen“ erschlossen. Die 50er und 60er Jahre brachten einen Aufschwung des Fremdenverkehrs, der von Investitionen in die Infrastruktur des Ortes begleitet wurde (Schulneubau, Verlagerung von Gemeinde- und Kurverwaltung in das ehemalige Schulgebäude, Käsebergbebauung mit Pensionen und Ferienhäusern, Schwimmbadbau, Bau des Dorfgemeinschaftshauses/Kurhauses). Nach Abriss der 1972 stillgelegten Hütte wurde das ehemalige Hüttengelände umgewandelt in ein Erholungsreservoir mit Hotel. Das nun erreichte Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ erwies sich jedoch bei rückläufigem Fremdenverkehr im neuen Jahrtausend als nicht mehr haltbar.

Die Rolle der ehemaligen Wiedaer Hütte als industrieller Lebensnerv des Ortes hatte nach dem 2. Weltkrieg zunehmend die Papierverarbeitung Sachsa (heute „Gascogne Sack“) übernommen. Die Zukunft des Ortsteils Wieda im Rahmen der Einheitsgemeinde Walkenried scheint, da industrielle Neuansiedlungen nicht in Sicht sind, im Verbund des Harzer Fremdenverkehrs zu liegen.

 

 

Zu Informationen hinsichtlich des Einflusses der Bundeswehr auf die Gemeinde Wieda durch den Nato-Turm auf dem Stöberhai und der Patenschaft zum ehem. Fernmeldesektor C nutzen Sie bitte diesen Link.

 

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